Biologie Lehramt

Allgemeines zum Studium

Die Universität Leipzig bietet seit dem Wintersemester 2012/2013, statt des Bachelor-Master-Systems, wieder ein Lehramtsstudium im (neuen) Staatsexamen an. Das neue Staatsexamen ist allerdings, genauso wie das Bachelor-Master-System, modularisiert. Das heißt, ihr habt eine grobe Struktur (Studienverlaufsplan), welche Module ihr in welchem Semester belegen solltet – die Module lassen sich aber auch bis zu einem gewissen Maß verschieben. Ein Modul besteht in Biologie in der Regel aus Vorlesung und Praktikum/Seminar und ist zeitlich meist auf ein Semester begrenzt. Für ein Modul gibt es 5 oder 10 Leistungspunkte (LP).

Ihr könnt Biologie auf Lehramt Oberschule, Gymnasium oder Sonderpädagogik studieren, die sich geringfügig in ihrem Aufbau unterscheiden. Die Regelstudienzeit für Oberschule beträgt 9 Semester, für Gymnasium und Sonderpädagogik 10 Semester.

Weitere Infos zum Studium findet ihr hier:

Herr Prof. Zabel stellt den Studiengang vor:

FAQ Biologie Lehramt

Die beiden Studiengänge unterscheiden sich einigen Bereichen, es gibt allerdings auch viele inhaltliche Überschneidungen zwischen dem Bachelor Biologie und dem Biologie Lehramt. Allerdings sind die angestrebten Berufsfelder sehr verschieden: Im Biologie-Bachelor liegt der Schwerpunkt auf der Aneignung biologischer Arbeitsweisen, eines fundierten, tiefgreifenden Verständnisses für die belebte Welt und fördert zudem Kompetenzen des wissenschaftlichen Arbeitens. Das Lehramtsstudium legt den Schwerpunkt hingegen einerseits auf die Entwicklung einer fundierten Wissensbasis im Feld der Biologie, andererseits auf die Vermittlung von Wissensinhalten in der Schule, die Zusammenarbeit mit Kindern und Jugendlichen und die Aneignung fachdidaktischer Konzepte. Lehrer*in zu werden ist eine Entscheidung, die man nicht leichtfertig treffen sollte. Die erste Überlegung sollte deshalb sein, ob die tägliche Zusammenarbeit mit Schüler*innen ein angestrebtes Ziel des Studiums ist. Erst danach folgt die Frage, ob Interesse an der Disziplin der Biologie besteht. Können diese Fragen bejaht werden, steht dem Biologie-Lehramtsstudium nichts im Weg.

Das Lehramtstudium ist modularisiert, das heißt, dass pro Semester sogenannte Module absolviert werden. Jedes Modul befasst sich mit einem Thema (beispielsweise Botanik) und besteht aus verschiedenen Veranstaltungen (beispielsweise einer Vorlesung und einem Laborpraktikum), wobei der Arbeitsaufwand für jedes Modul (also Präsenzzeit, Vor- und Nachbereitung usw.) in Form von sogenannten Creditpoints/Leistungspunkten gekennzeichnet wird. Im Lehramtsstudium gibt es Module mit 5 oder 10 Leistungspunkten, wobei für jedes Semester ca. 30LP empfohlen werden (grob: 1 LP umfasst ca. 300 Arbeitsstunden mit allem drum und dran).

Ganz allgemein umfasst das Lehramtstudium (für Oberschule & Gymnasium) drei Säulen, die parallel absolviert werden: Das erste Fach (also Biologie), das zweite Fach (beispielsweise Chemie) und die Bildungswissenschaften. Daneben gibt es noch einen kleineren, sogenannten Ergänzungsbereich, in dem beispielsweise Lehrveranstaltungen zur Stimmbildung angesiedelt und Modul-Wahlmöglichkeiten vorhanden sind. Jede Säule setzt sich aus verschiedenen Modulen zusammen, die durchlaufen werden müssen (siehe Studienverlaufsplan). Für Sonderpädagogik werden zwei Förderschwerpunkte sowie ein Fach gewählt, woraus sich dann das Studium aufbaut. Das Studium dauert für das Lehramt an Oberschulen 9 Semester, für Gymnasium & Sonderpädagogik 10 Semester. Außerdem ist vielleicht wichtig, dass alle Module in Deutsch stattfinden.

Prinzipiell sei gesagt, dass die ersten vier Semester im Fach Biologie eine umfassende Grundlage im Bereich der Biologie ausprägen sollen. Dazu zählen die Allgemeine & Systematische Botanik sowie die Allgemeine & Spezielle Zoologie. Hier wird grundlegendes Wissen zur Tier- und Pflanzenwelt vermittelt und schafft die Basis für das weitere Studium. Ab dem fünften Semester kommt die Fachdidaktik hinzu, die sich mit der Schulpraxis im Biologieunterricht auseinandersetzt & fachdidaktische Konzepte vermittelt. Hier geht’s dann also erst richtig mit dem Lehramtsstudium los. Parallel laufen dann weitere fachliche Module wie Mikrobiologie oder Biochemie. Das Zweitfach ist meist grundsätzlich ähnlich aufgebaut. Die Module der Bildungswissenschaften kommen ab dem ersten oder zweiten Semester hinzu und vermitteln allgemeines Wissen zur schulischen Praxis. Zwischenzeitlich finden immer wieder schulpraktische Studien und Übungen statt (siehe Frage zur Praxiserfahrung im Lehramt), wo ihr Erfahrungen im Schulalltag sammeln könnt.

In den Modulen sammelt ihr zum großen Teil schon fleißig Noten, die am Ende mit der Staatsexamensnote verrechnet werden. Das erste Staatsexamen bildet den Abschluss des Studiums und setzt sich aus einer wissenschaftlichen Arbeit, einer bildungswissenschaftlichen Klausur sowie zwei mündlichen Prüfungen zusammen.

Es gibt klare Vorgaben, welche Fächer miteinander kombiniert werden können (dies gilt für das Lehramt an Oberschulen & Gymnasien) (siehe Fächerkombis): Es können zwei Fächer aus dem ersten Bereich oder ein Fach aus der ersten Spalte mit einem Fach aus der zweiten Spalte kombiniert werden. Die Bewerbung erfolgt dabei immer für eine bestimmte Kombination zweier Fächer und für eine bestimmte Schulform (also beispielsweise Biologie-Chemie fürs Gymnasium oder Biologie-Englisch für die Oberschule). Für das Lehramtsstudium benötigt man eine Vollzulassung, das heißt, ihr müsst in beiden Fächern angenommen werden und könnt nicht nur in einem Fach das Studium beginnen. Seid ihr euch nicht sicher, welche Kombination ihr studieren wollt oder seid unsicher, ob ihr in beiden Fächern einen Platz bekommt, könnt ihr euch einfach mehrfach auf verschiedene Fächerkombinationen & Schulformen bewerben. Der Wechsel zwischen Schulformen im weiteren Verlauf des Studiums ist zwar prinzipiell möglich, es gibt aber keine Garantie auf einen Platz in der anderen Schulform.

Da das Studium grundlegende Arbeitsweisen und fundamentales Wissen im Bereich der Biologie vermitteln soll, arbeiten auch die Lehramtsanwärter*innen im Labor. Dabei wird an Pflanzen und Tieren gearbeitet, werden biochemische & mikrobiologische Techniken angewandt und wissenschaftliche Arbeitsweisen vermittelt. Auch das Lehramtsstudium ist als Hochschulstudium angesiedelt, weshalb im fachlichen Bereich viele Inhalte Überschneidung zum Bachelor Biologie finden.

JA!! Das Lehramtsstudium greift viele Module auf, die auch im Bachelor angesiedelt sind. Die Fachinhalte, die im Laufe des Lehramtsstudiums im Fach Biologie vermittelt werden, entsprechen grob den Inhalten des Bachelor Biologie. Die inhaltliche Tiefe geht weit über das Schulwissen hinaus, denn auch das Lehramtsstudium ist ein Hochschulstudium und soll wissenschaftliche Grundlagen und ein breitgefächertes Wissen vermitteln. Die fachdidaktischen Module sowie die Lehrveranstaltungen der Bildungswissenschaften und des Ergänzungsbereichs liefern viele Aspekte, Konzepte und Inhalte zur schulischen Praxis und Theorie, wodurch sich die Module der zwei Fächer über einen längeren Zeitraum verteilen (Bachelor Biologie: 6 Semester, Lehramt GYM/SP/OS: 9 bis 10 Semester).

Im Laufe des Studiums müssen fünf Praktika absolviert werden: Das erste Praktikum ist ein vierwöchiges Orientierungspraktikum und dient dem „Reinschnuppern“ in den Schulalltag als Lehrkraft. Danach folgen in jedem Fach jeweils eine fachspezifische schulpraktische Übung, die einmal wöchentlich und semesterbegleitend die Möglichkeit gibt, mit mehreren Kommiliton*innen den Unterricht in einer Klasse zu übernehmen. Außerdem absolviert ihr jeweils ein vierwöchiges Blockpraktikum in euren beiden Fächern, wobei ihr intensiv hospitieren und unterrichten könnt. Das alles erfolgt natürlich unter der Betreuung eines/einer Mentor*in – versteht sich!

Im ersten Semester belegt ihr das Modul Allgemeine Chemie. Hier werden alle wichtigen Grundlagen vermittelt und wiederholt. Ihr hattet Chemie bis zum Abi? Dann habt ihr hier überhaupt keine Probleme. Ihr habt Chemie in der 9./10. Klasse abgewählt und steht mit diesem Fach auf Kriegsfuß? Auch nicht schlimm, denn dieses Grundlagenmodul dient dazu, dass ihr alle wieder auf einem gemeinsamen Wissenstand seid und die grundlegende Chemie für das Biologie-Studium verstanden habt. Danach kann man die Biologie natürlich nicht von der Chemie trennen – denkt mal an die Fotosynthese. Aber ihr braucht keine Angst davor zu haben: Der Anteil an Chemie ist überschaubar und beläuft sich meist auf Grundlagenwissen.

Siehe NC-Liste

Die NC-Werte dieses Jahrs liegen noch nicht vor, da sie immer anhand der aktuellen Bewerber*innen berechnet werden (die prinzipiell ihr wärt, wenn ihr euch dieses Jahr bewerbt). Aber ihr könnt euch an den NC-Werten der letzten Jahre orientieren, die eine Auskunft darüber geben, mit welchem Abiturschnitt ein Studienplatz angeboten wurde.

Das ist schwer zu beantworten, da jeder „Aufwand“ anders definiert. Fakt ist, dass jedes Studium eine intensivere Arbeit mit den fachlichen Inhalten erfordert und das Maß an Selbstständigkeit sehr viel höher als zur Schulzeit ist. Klausuren sind vergleichbar mit Abiprüfungen, Hausarbeiten haben einen wissenschaftlichen Anspruch. Aber jeder fängt klein an: Auch, wenn die ersten Wochen vielleicht chaotisch, aufregend & überfordernd sind, gewöhnt man sich recht schnell an das Arbeitspensum, die Eigenverantwortung und entwickelt individuelle Strategien, um den Unialltag zu meistern. Verschiedene Anlaufstellen, wie beispielsweise der Fachschaftsrat, die eigenen Kommiliton*innen usw. helfen einem dabei, ins Leipziger Unileben hineinzufinden und irgendwann gewöhnt man sich auch daran, dass Modulabschlussklausuren gar nicht sooo schlimm sind 🙂

Prinzipiell nein. Selbstverständlich sollte Interesse an dem Feld der Biologie, aber allem voran das Interesse an der Zusammenarbeit mit Kindern und Jugendlichen vorhanden sein. Für das Lehramtsstudium allgemein wird ein Phoniatrisches Gutachten eingefordert. Allerdings müsst ihr keinerlei Sprachkenntnisse oder ähnliches für das Biologie-Studium vorweisen.

Ihr sammelt bis zum Ende eures Studiums 270LP (Gym/SP) bzw. 240LP (OS) durch das Abschließen von Modulen. Das heißt, wenn ihr die Lehrveranstaltungen eines Moduls besucht und das Modul mit der Modulprüfung abgeschlossen habt, bekommt ihr die Leistungspunkte gutgeschrieben. Am Ende sammelt ihr nochmal 30LP für das erste Staatsexamen: Da verfasst ihr eine wissenschaftliche Arbeit (vergleichbar mit einer Masterarbeit), schreibt eine Klausur in den Bildungswissenschaften und absolviert noch zwei mündliche Prüfungen (je eine in den Fachwissenschaften und eine in der Fachdidaktik). Sachsen hat das Studium vom Bachelor-Master-System wieder hin zum Staatsexamen umgestellt, weshalb ihr nun das erste Staatsexamen als Abschluss in der Tasche habt. Danach folgt in der Regel das Referendariat/Vorbereitungsdienst an einer Schule und das zweite Staatsexamen. Erst dann dürft ihr euch fertige*r Lehrer*in nennen.

kleine Eindrücke aus dem Studium