Bachelor of Science

Im Bachelorstudium werden in den ersten vier Semestern alle Grundlagen in Zoologie, Botanik, Genetik und Mikrobiologie gelehrt. Durch die Wahlpflichtmodule im fünften und sechsten Semester kann das Wissen in Bereichen wie Ökologie, Evolution, Mikrobiologie, Botanik, Natur- & Umweltschutz vertieft werden.

Allgemeine Zoologie (10 LP)

Dieses Modul umfasst eine Vielzahl an dicht gepackten Vorlesungen und einen Praktikumsteil. Die Vorlesungen werden von Prof. Schönwiesner gehalten und beinhalten u.a. Aufbau und Lebensweise von Protisten, Schwämmen, Plattwürmern, Regenwürmern, Quallen, Knorpel- und Knochenfischen und Säugetieren. Hierbei wird ein Einblick in Ontogenese, Genetik, Lebenszyklen, Zellaufbau und Funktion, Evolution, Hormon- und Kreislaufsysteme sowie viele weitere Themen gegeben, die euch im Verlauf des Studiums immer wieder begegnen werden. Das Praktikum, welches von Frau Dr. Kretzschmar geleitet wird, steigt immer mit einem schriftlichen Test über 5-10 Minuten ein, in dem ihr nachweist, euch mit der Thematik, die an diesem Tag behandelt wird, auszukennen. Hierbei fangt ihr bei Mikroorganismen an und arbeitet euch schließlich zum Sezieren einer Maus vor. Die Klausur umfasst dann zu etwa 40/60 Vorlesungen und Praktikum. Je nach Verfügbarkeit wird es ein Tutorium geben, das euch hilft, die Vorlesungsinhalte zu festigen.

Anorganische Chemie (10 LP)

Hier werden die Grundsteine für euer chemisches Verständnis gelegt, denn Biologie ist ohne Chemie nicht vorstellbar. In den Vorlesungen von Prof. Briel erhaltet ihr Informationen über das Periodensystem, Atommodelle, Eigenschaften anorganischer Verbindungen und Nachweismethoden. Das Praktikum wird im Team absolviert. Vor jedem Praktikum gibt es ein Seminar, in dem ihr von Dr. Franz auf den Kurstag vorbereitet werdet. Für die Klausurzulassung absolviert ihr am Ende des Praktikums eine Analyse einer unbekannten Stoffprobe. Die anorganische Chemie ist im Biologie-Studium das kleinste ‘Übel’ der chemischen Module.

Mathematik (5 LP)

Mathe wird wahrscheinlich euer Nemesis sein, wenn ihr in den Vorlesungen sitzt. Zu jeder Vorlesung gibt es Übungsaufgaben, die ihr abgeben müsst um am Ende für die schriftliche Prüfung zugelassen zu werden. Bildet Lerngruppen und erklärt euch die Inhalte selbst noch einmal um hinter die Materie zu steigen. Mathe ist im Biostudium eines der wenigen Module, in der es keine Praktika gibt. Die Klausur besteht aus zwei Teilen: Der erste Teil besteht aus einem Fragenkatalog, der ca. einen Monat vor der Klausur veröffentlicht und in der Vorlesung besprochen wird. Im zweiten Teil müssen Übungsaufgaben gelöst werden, die denen der Übungsaufgaben sehr ähneln. Dabei dürft ihr auch alle eure Unterlagen verwenden.

Physik (5 LP)

Dieses Modul findet in der Härtelstraße 16/18 statt, somit ein bisschen abseits eurer sonstigen Institutionen. PD Dr. Scheidt wertet die Vorlesungen mit interessanten und anschaulichen Experimenten auf. Ansonsten wird von euch viel Formelwissen abverlangt. Zur Unterstützung des Lernprozesses und in Vorbereitung auf die Klausur werdet ihr Übungsaufgaben absolvieren, deren Inhalt in etwa dem der Modulabschlussklausur entspricht. Im Praktikum kommen dann Themen wie Elektrik, Thermodynamik, Mechanik, Radioaktivität und Optik auf euch zu. Hierbei werden am Beginn des Praktikums 2-3 von euch zum jeweiligen Thema befragt. Lernt das Umrechnen von Einheiten sowie das Jonglieren mit Zehnerpotenzen und ihr werdet relativ wenige Schwierigkeiten haben, das Modul erfolgreich zu bestehen.

Allgemeine Botanik (10 LP)

Das Reich der Pflanzen, mit all ihren Besonderheiten, Zellaufbau, Lebensweise und ihrer Verbreitung wird euch in den Vorlesungen von Prof. Krajinski-Barth näher gebracht. Im Praktikum, das Dr. Brenner betreut werdet ihr viele Pflanzen im zellulären Aufbau untersuchen, skizzieren bzw. digitale Protokolle anfertigen. Zudem erlernt man verschiedene Färbetechniken und untersucht einen Bakterienbefall auf Pflanzen. Anfangs werden, wie im Zoologie-Modul, kurze Testate auf euch zukommen, also immer gut vorbereiten. Handwerkliche Fähigkeiten für dünne Schnitte der Präparate gibt es im Praktikum ebenfalls zu erlernen. Mit Hilfe eurer gut geführten Aufzeichnungen werdet ihr das botanische Modul leicht bestehen.

Botanische Systematik (10 LP)

Ein Modul hinter dem mehr steckt, als man anfangs glaubt. Primär geht es darum, Pflanzen in ihre einzelnen Ränge einzuordnen, um somit Verwandschaftsbeziehungen und Abstammungen aufzuzeigen. Einführend in die Mykologie und Ökologie umfasst die Vorlesung viele Informationen, die zum großen Teil stur auswendig gelernt werden müssen. Darunter fällt eine von 4 Prüfungsvorleistungen: 100 Pflanzenarten mit Familie und Merkmalen auswendig zu lernen. Weiterhin gibt es 2 Exkursionen ins Leipziger Umland und als dritte Vorleistung wird von euch ein kurzes Protokoll über die Bestimmung einer speziellen Pflanze erwartet. Als letzte Hürde bekommt drei unbekannte Pflanzen und müsst diese alleine ohne Hilfe der Assistent*innen per Bestimmungsbuch identifizieren. Die Klausur ist knackig und penibel, da eine kleine falsche Endung im Rangnamen schon wertvolle Punkte kosten kann. Fangt also frühzeitig mit dem Lernen an.

Organische Chemie (10 LP)

Dieses Mal wird in den Vorlesungen viel Wissen über Bindungseigenschaften, Verhalten von Atomen, speziell Kohlenstoff, Sauerstoff und Wasserstoff vermittelt. Da Organismen zum großen Teil aus diesen Elementen bestehen, ist es ein wichtiges Grundmodul, auf dem im späteren Studienverlauf aufgebaut wird. Das Praktikum findet in den gleichen Laboren wie im 1. Semester statt. Immer zu Beginn des Praktikums wird euer Wissen entweder mündlich oder schriftlich geprüft, da ein Verständnis im Umgang mit der Praktikumsmethodik unerlässlich ist. Im Seminar besprecht ihr die Versuche aus den Praktika und macht viele Übungsaufgaben. Das ganze Modul wird von Dr. Franz gehalten. Wie es für ein naturwissenschaftliches Studium üblich ist, gilt auch hier: ‚üben, üben, üben’ …

 

Biochemie (10 LP)

Die Vorlesungen dieses äußert komplexen Moduls, die von mehreren Dozenten aus den Arbeitsgruppen Mörl und Beck-Sickinger gehalten werden, überschütten euch mit über 1000 Folien. Dabei werden euch viele Strukturformeln von Aminosäuren, Zuckern und Proteinen vorgeführt, die durch winzige Änderungen ihrer Struktur große Auswirkungen auf unser ganzes Leben haben. Das biochemische Praktikum wird als Blockpraktikum innerhalb von zwei Wochen abgehalten. In dieser Zeit solltet ihr euren Terminkalender freihalten, um voll aufnahmebereit zu sein, da am Ende ein ausführliches Protokoll gefordert wird, das als Prüfungsvorleistung dient. So langsam fügt sich euer angelerntes Wissen zusammen und ihr versteht, was warum wie passiert. Somit ist auch dieses komplexe Modul zu schaffen. Besucht die Tutorien, da hier Fragen, die die Klausur betreffen, behandelt werden und sich offene Fragen gut klären lassen.

Tierphysiologie (10 LP)

In diesem Modul erfahrt ihr alles über die Funktionen und Kreisläufe im Körper tierischer Organismen. Es hilft, die Evolution zu verstehen und gibt einen Einblick darin, wie sich Organismen an die Umwelteinflüsse anpassen, um optimiert zu leben. Die Vorlesungen, die von Prof. Stevenson und Prof. Kittel gehalten werden, sind oft mit kleinen Anekdoten aufgewertet, da es sonst viele Diagramme anzuschauen gilt. Das Praktikum wird im Spätherbst beginnen. Hierbei wird der 1x wöchentlich stattfindende Kurs mit Selbstversuchen und tierischer Unterstützung durchgeführt. Selbstverständlich mit Einführung, Auswertung und einem Protokoll. Für die Prüfung solltet ihr euch wieder Lernhilfen besorgen. Ansonsten ist dieses Modul eines der einfacheren, da vieles was ihr lernt, logisch ist. Wie ‘Mutter Natur’ eben auch.

Genetik (10 LP)

Einführend in die Genetik wiederholt ihr die Mendelschen Regeln, Mitose und Meiose, sowie die korrekte Nomenklatur. Zusätzlich erfahrt ihr eine Menge über diverse Erbgänge, genetische Mutationen und Methoden. Das Praktikum wird mit 8 Stunden angesetzt, die ihr jedoch nie ausreizen werdet. Der Praktikumstag wird sich in Einführung und Durchführung gliedern. Thematisch umfasst es die Vermehrung von DNA mittels Polymerasekettenreaktion (ein wichtiges Instrument in der Forensik), Transformationen von fremder DNA in ein Bakterium, Experimente mit dem genetischen Standard-Organismus Drosophila melanogaster und die Erstellung einer Genkarte.

 

Spezielle Zoologie (10 LP)

Spezielle Zoologie ist ein Modul, bei dem sich die Meinungen trennen – die einen finden es klasse, die anderen nicht. In den Vorlesungen von Prof Steinfartz und Dr. Bramer lernt ihr, wie Tiere klassifiziert werden, welche Merkmale bestimmte Gruppen besitzen und wie sie entstanden sind. Es wird sich einiges aus der allgemeinen Zoologie im 1. Semester wiederholen, was aber nicht unbedingt von Nachteil ist. In der dazugehörigen Bestimmungsübung werdet ihr dann unter der Leitung von Dr. Bernhard mit dem Bestimmungsbuch verschiedene Familien und z.T. auch die Art von bspw. Krebsen, Spinnen, Fischen und Insekten bestimmen müssen. Es wird insgesamt drei Testate in den Übungen geben, in denen ihr zuvor behandelte Organismen alleine ohne Hilfe bestimmen müsst. Zum Abschluss des Moduls findet noch eine einwöchige Exkursion ins Erzgebirge statt – diese ist für euch Pflicht, gleichzeitig schließt ihr damit auch endgültig das Modul botanische Systematik aus dem 2. Semester ab. Bei der Exkursion beschäftigt ihr euch zunächst drei Tage mit der Bestimmung von Pflanzen und dann noch mal drei Tage mit der Bestimmung von Tieren – aber keine Angst, der Spaß bleibt dabei nicht auf der Strecke. Zu beiden Themengebieten auf der Exkursion werdet ihr über die vorlesungsfreie Zeit dann noch ein ausgiebiges Protokoll verfassen dürfen. Die Klausur setzt sich aus dem Praktikumsskript (alles auswendig lernen) und den Vorlesungen zusammen. Hier gilt wieder: wer lernt, gewinnt. 🙂

Pflanzenphysiologie (10 LP)

In diesem Modul lernt ihr etwas über die verschiedensten physiologischen Prozesse in Pflanzen. Es ist ein komplexes Modul, bei dem es wichtig ist, dass ihr die Thematik auch versteht. Ihr werdet viel über alltägliche Dinge aus eurer Umwelt erfahren. Im Praktikum wird es ca. 7 Versuchstage geben, an denen ihr u.a. Tests zur Keimfähigkeit, Photosynthese, Fluoreszenz von Pflanzen und der Mobilisierung von Speicherstoffen durchführen werdet. Bereitet euch auf die jeweiligen Kurstage vor, da die Betreuerin*innen gerne Hintergrundwissen abfragen. Zusätzlich müsst ihr zu jedem Versuch ein ausführliches Protokoll schreiben. Das kostet sehr viel Freizeit, aber der Vorteil ist, dass ihr nach Fertigstellung aller Protokolle – zumindest was das Formelle angeht – fit seid für eure Bachelor-Arbeit. Wenn ihr die 7 Wochen überstanden habt, wird es erst mal weniger stressig. Die Modulabschlussprüfung wird dann mündlich stattfinden – zusammen mit euren Praktikumspartnern, also keine Angst, ihr müsst dort nicht alleine stehen.

Mikrobiologie (10 LP)

Dieses Modul macht sehr viel Spaß und wird niemals langweilig. Die Vorlesungen von Prof. Zimmermann und Dr. Föllner sind sehr angenehm und übersichtlich. Ihr lernt alles über Mikroorganismen, deren Strukturen und Stoffwechsel und schließlich auch wichtige Details für den Alltag. Im Praktikum werdet ihr zunächst das mikrobiologische Arbeiten üben, Versuche zur Charakterisierung von Mikroorganismen durchführen und schließlich einen eigenen unbekannten Bakterienstamm identifizieren – außerdem werdet ihr noch der Reudnitzer Brauerei einen Besuch abstatten. Auch hier fallen wieder Protokolle und ein abschließender Vortrag im Praktikum an, aber das seid ihr ja mittlerweile gewohnt.

In diesen beiden Semestern habt ihr die Möglichkeit, das Biologie-Studium auf eure individuellen Interessen anzupassen: Im 5. Semester habt ihr die Wahl die zwischen Fachenglisch für Biologen und Modellierung und Programmierung I (Informatik) als fachnahe Schlüsselqualifikation. Zusätzlich müssen im 5. und 6. Semester insgesamt 3 biologische und 1 fakultätsübergreifendes Wahlpflichtmodul belegt werden. Die hier angebotenen Module können von Jahr zu Jahr variieren. Zusätzlich belegt ihr noch das Modul Einführung in die Methoden der wissenschaftlichen Arbeit und fertigt außerdem in einem dieser beiden Semester noch eure Bachelorarbeit an.

5. Semester / WiSe

Fachenglisch für Biologen

Unter der Leitung von Fr. Waltie beschäftigt ihr euch in dem Seminar, das einmal wöchentlich stattfindet, mit verschiedenen sprachlichen und grammatikalischen Schwerpunkten, die es beim Umgang mit bzw. Verfassen von fachsprachlichen Texten zu beachten gilt. Zusätzlich werden auch das freie Sprechen und die Aussprache von biologischen Fachbegriffen geübt. Somit ähneln die Seminare etwas dem Englischunterricht in der Schule. In der schriftlichen Klausur wird euer Leseverständnis geprüft und ihr müsst sowohl eine Grafik beschreiben wie auch einen freien Text schreiben, für den ihr ein Thema aus mehreren Vorschlägen wählen dürft.

Informatik (Modellierung und Programmierung I)

Angewandte Botanik

Wer sich bereits in den ersten Semestern für Botanik begeistern konnte, ist in der Angewandten Botanik sehr gut aufgehoben. Der Schwerpunkt des Moduls liegt bei Wurzel-Symbiosen wie Mykorrhizen. Theoretisch wird in den Vorlesungen Woche für Woche ein Teil der symbiotischen Interaktionen behandelt, von Grundlagen über Stoffwechselprozesse und die Immunabwehr von Pflanzen. Stofflich ergibt sich ein angenehmer Umfang, da das Modul nur die Hälfte des Semesters umfasst. Ergänzend zum Vorlesungsstoff wird von jedem Teilnehmer ein Paper vorgestellt, dass bisher frei gewählt werden konnte oder aus einem zur Verfügung gestellten Fundus entnommen werden konnte. Der Vortrag dient lediglich zur Festigung des wissenschaftlichen Arbeitens und dem Entwickeln von Eigeninteressen in botanischen Forschungsfragen, da er nicht in die Endnote eingerechnet wird. Das Praktikum befasst sich mit der Ausbildung von Mykorrhiza-Strukturen, deren Erfassung unterm Mikroskop und gängigen Labormethoden wie der Phosphatbestimmung mittels Photometer oder einer Elektrophorese. Wöchentlich findet das Praktikum direkt im Anschluss an die Vorlesung statt. Die Klausur umfasste einen vorgefertigten Fragebogen mit leicht zu bewältigendem Umfang. Viele Aufgabenstellungen waren sehr wohlwollend gestellt, wie z. B. Das Ausfüllen einer vorgegebenen Tabelle in Stichworten oder der Beschriftung einer Zeichnung.

Angewandte Mikrobiologie

Dieses Modul unter der Leitung von Dr. Föllner gibt euch die Möglichkeit, euer mikrobiologisches Wissen weiter zu vertiefen. In der Vorlesung geht es in der ersten Hälfte um Biotechnologie und verschiedene dort genutzte Methoden und Verfahren. Im Seminar muss jeder ein wissenschaftliches Paper vorstellen, um den Umgang mit Literatur zu üben. Das Praktikum, das im Block stattfindet, beschäftigt sich mit Protein-expression, Aufreinigung, Proteinmessungen und der Kultivierung. Dazu werdet ihr auch in der Gruppe einen Abschlussvortrag halten der aber relativ entspannt während des Praktikums abläuft. Wie in den MiBi Modulen an der Fakultät üblich, gibt es auch hier wieder eine 90 minütige, schriftliche Abschlussklausur.

Einführung in die Ökologie

Die Vorlesungen bieten, wie der Modulname schon verrät, eine Einführung in die Ökologie mit dem Blick auf Organismen (Autökologie), Populationen, Arteninteraktionen und Ökosystemen. Im dreiwöchigen Block-Praktikum könnt ihr euer theoretisches Wissen dann direkt anwenden. Neben einer Einführung in die vielseitig angewendete Programmiersprache R (im Seminar), werden ihr die Möglichkeit erhalten, einen Versuch pro Gruppe tatsächlich von der Hypothesenaufstellung bis zur Auswertung durchzuführen. Da trotzdem jeder alle Versuche macht, lernt ihr verschiedene Methoden in der Ökologie kennen. Ihr bekommt nicht nur die wissenschaftlichen Richtlinien vermittelt, auch der Realitätsbezug, welcher so häufig verloren geht, wird immer wieder hergestellt. In der Abschlussklausur Ende des Semesters werden dann nochmal die Vorlesungsinhalte abgefragt, wobei der Schwerpunkt größtenteils auf dem Verstehen der Inhalte liegt.

 

Evolution

Das Modul Evolution ist nicht nur etwas für diejenigen, die sich für Genetik oder Ökologie als Einzelmodule begeistern können. Fachübergreifend beschäftigt es sich mit Fragen rund um die Themen Entstehung des Lebens, Entwicklung der Organismen und Evolution des Menschen und geht dabei sowohl auf molekulare als auch auf makroökologische Voraussetzungen und Zusammenhänge ein. Die theoretischen Grundlagen werden dabei in einer interessanten und abwechslungsreichen Vorlesungsreihe vermittelt mit Schwerpunkten auf Themen wie Indizien für den Ablauf der Evolution, Stammbaum der Evolution, genetische und ökologische Grundlagen der Evolution und Evolution von Primaten und Hominiden. Die praktische Anwendung findet in einem zweiwöchigen Praktikum statt, an dessen Ende ein Protokoll als Prüfungsvorleistung abgegeben werden muss. Die praktische Auseinandersetzung mit dem Thema Evolution deckt eine große Spanne an labortechnischen Arbeitsvorgängen ab, wie zum Beispiel DNA-Isolierung und -konzentrationsbestimmung, PCR, Gelektrophorese, Klonierung und Sequenzierung. Am Ende des Praktikums werden die gewonnenen Sequenzdaten phylogenetisch ausgewertet und in einem Stammbaum zusammengeführt. Neben dem Protokoll muss noch eine 20minütige Präsentation gehalten werden. Das Thema kann man sich aus einer Liste vorgegebener Themen aussuchen. Die Vorträge werden in Seminaren gehalten und anschließend diskutiert. Die Modulprüfung erfolgt schriftlich in Form einer 90minütigen Klausur.

 

Evolution, Ökologie und Biodiversität mariner Organismen

Da dieses Modul zum Wintersemester 2019/20 zum ersten Mal angeboten wird, haben wir hier leider noch Beschreibung aus studentischer Sicht.

Grundlagen der molekularen Zellbiologie

Dieses Modul wird von Prof. Magin geleitet und findet zum größten Teil im SIKT (Sächsischer Inkubator für klinische Translation) in der Philipp Rosenthal Straße 55 statt. In der recht anspruchsvollen aber interessanten Vorlesung werden um den zellulären Aufbau (Hauptsächlich von Eukaryoten) mit Schwerpunkt auf dem Zytoskelett behandelt.. Da sich das Forschungsgebiet auf Keratine spezialisiert, werdet ihr viele Informationen über ihre Rolle erhalten. Aber auch über Zell-Zell-Verbindungen; Proteinaufbau; Proteinbiosynthese; genetische Mechanismen; Signaltransduktion und Signalwege in Zellen und und und… Im Praktikum arbeitet ihr mit kultivierten Zellen, die ihr stresst und anfärbt. Anschließend wertet ihr dann eure Ergebnisse mittels Fluoreszenzmikroskopie aus. Die Modulabschlussprüfung findet dann mündlich in 2er Gruppen statt.

Molekulare Pflanzenphysiologie

Natur- und Umweltschutz

Das UFZ Leipzig bietet für das 5. Semester das Modul Natur- und Umweltschutz an, welches vor allem durch Prof. Henle (https://www.ufz.de/index.php?de=38922) begleitet wird. Er selbst hält den Großteil der Vorlesungen, die dreimal die Woche als Blockvorlesungen (ca. 3 ½ Stunden) in den ersten Wochen des Semesters stattfinden. Der Fokus liegt besonders auf der rechtlichen Umsetzung von Natur- und Umweltschutzes sowie der Datenaufnahme (Erfassung). Nach den drei Wochen Vorlesungen folgen im gleichen Stil drei Wochen Praktikum inklusive zwei Tagen Seminar. Im Seminar werden Publikationen in 2-4er Gruppen vorgestellt und anschließend diskutiert. Das Praktikum soll eine Einführung in die Programmiersprache R geben, die in vielen Bereichen, speziell in der Ökologie, genutzt wird um Daten jeglicher Art auszuwerten. Zunächst werden die Grundfunktionen des Programms erklärt, bevor es ans spielerische Auswerten von Daten geht – mit dem Fokus auf Monitoring-Daten. Im doch sehr zeitintensiven Geländepraktikum werdet ihr nämlich genau solche Daten erfassen! Unter Anleitung von Dipl. Ing. Mathias Scholz (https://www.ufz.de/index.php?de=38939) und anderen UFZ-Leuten führt ihr im Frühling/ Sommer selbstständig Amphibien-Erfassungen in den Papitzer Lehmlachen durch. Auch wenn der Anfahrtsweg bis zu den Untersuchungsgebieten weit ist – ihr habt hier die Chance an einem richtigen Naturschutzprojekt mitzuwirken und Daten für das dort stattfindende Projekt „Lebendige Luppe“ zu sammeln. Die Modulabschlussprüfung ist eine 90-minütige, schriftliche Klausur über die Vorlesungsinhalte.

 

Einführung in die Verhaltensökologie

6. Semester / SoSe

Bioethik (5 LP)

Das 2019 zum Sommersemester neu eingeführte Modul Bioethik ist ähnlich wie eine Ringvorlesung gestaltet. Wechselnde Referenten aus der Ethik, Philosophie, Theologie, Medizin, Biologie uvm. halten jede Woche eine Vorlesung zu einem ethisch relevanten Aspekt der Biologie. Im Anschluss daran darf frei diskutiert werden, sowohl mit den Referenten als auch den anderen Kursteilnehmern. Es werden sowohl brisante Themen wie Tierschutz oder Embryonenschutz angesprochen als auch Grundlagen der Ethik vermittelt, um einen Kontext zu schaffen. Das Modul wurde mit einer Hausarbeit abgeschlossen, die zu einem der behandelten Themen zugelost wurde. Wer mit seinem Thema zufrieden war, konnte jedoch auch einmalig das Thema tauschen. In Zukunft kann es sein, dass eine andere Prüfungsform gewählt wird. Die Bewertung erfolgte nach einem Kriterienbogen, der im Voraus bekannt gegeben wurde und war äußerst fair.

Neurobiologie: Struktur und Funktion des Wirbeltiergehirns

In diesem Modul lernt ihr in den Vorlesungen zuerst einmal Grundlagen über die Entwicklung von Nervensystemen und verschiedene Vorgänge in Nervenzellen. Anschließen beschäftigt ihr euch mit den verschiedenen Sinnessystemen mit Schwerpunkten auf dem visuellen, dem vestibulären und dem auditorischen System. Im Praktikum schaut ihr euch viele Präparate von Gehirnschnitten von verschiedenen Wirbeltieren an und zeichnet diese. Außerdem lernt ihr unterschiedliche Methoden zur Herstellung dieser Präparate kennen. In der abschließenden mündlichen Prüfung werden vor allem die Inhalte der Vorlesung abgefragt, wobei die Prüfungsatmosphäre sehr angenehm und entspannt ist.

Vegetationsökologie und Pflanzengeographie

Im 6. Semester habt ihr noch einmal die Chance, euer Wissen im Bereich der Ökologie zu vergrößern. Auch wenn der Fokus der Vorlesung diesmal stärker auf den Pflanzen liegt, werden etwas allgemeiner Einflussfaktoren wie Klima, Topografie und Boden, aber auch die verschiedenen Biome der Erde thematisiert. Im Seminar werden nochmal grundlegende Kenntnisse im Umgang mit der Programmiersprache R vermitteln und ihr selbst erklärt euch in Vorträgen zu verschiedenen Themengebieten z.B. bestimmte Daten-Analysen. Im Rahmen des wöchentlichen Praktikums führt ihr außerdem zahlreiche Exkursionen ins Leipziger Umland durch. Dabei geht es nicht nur um die dortigen Ökosysteme, wie z.B. den Leipziger Auwald. Ihr werdet in einem ca. 2-tägigen Geländepraktikum, ähnlich dem des 4. Semesters, auch eine Datenerfassung durchführen, deren Ergebnisse ihr anschließend in kleinen Gruppen selbstständig auswerten und präsentieren dürft. Bei der Modulprüfung werden die Inhalte der Vorlesungen abgefragt, und zwar in einer 90-minütigen Klausur.

 

Genetik II

Das Modul wird weitestgehend von Prof. Thum und Dr. Klagges gehalten. Im Folgenden der Inhalt aus dem bisherigen Semestern: Die Vorlesung beschäftigt sich hauptsächlich mit Modellorganismen (Maus, Zebrafisch, E.coli, der Hefe und auch den Bakteriophagen) und Genetischen Regelkreisen, bspw. den genauen Vorgängen beim Lytischen und Lysogenen Weg der Phagen. Weiterhin werdet ihr über Genregulation und Nachweisreaktionen unterrichtet. Im Praktikum beschäftigt ihr auch mit CRISPR/Cas9; also mit dem Verdau von Vektoren und Oligos sowie dem Suchen von PAM-Sequenzen und Erstellen von Homologiearmen. Außerdem führt ihr eine Transformation durch. Die Prüfung wird einzeln im mündlichen Gespräch stattfinden.

 

Umweltmikrobiologie

Morphologische Vielfalt und Verwandtschaftsforschung

Master of Science

Seit dem Wintersemester 2019/20 werden zwei neue Masterstudiengänge angeboten:

Im Master of Science Biologie hat man die Wahl zwischen einem Schwerpunkt und in Neuro- und Verhaltenswissenschaften oder Biodiversität, Ökologie und Evolution. Alternativ kann der Master auch ohne Schwerpunkt studiert werden, wobei man Module aus beiden Schwerpunkten wählen kann. Der internationale Master in Biodiversity, Ecology and Evolution bietet eine Spezialisierung in eben diesen Bereichen. Dabei werden alle Lehrveranstaltungen auf Englisch gehalten.

Während in den ersten beiden Semestern vor allem Pflicht- und Wahlpflichtmodule belegt werden müssen, können im dritten Semester Erfahrungen sowohl im Laborpraktikum als auch in einem Betriebspraktikum gesammelt werden. Dieses Semester bietet sich auch gut für einen Auslandsaufenthalt an. Im vierten Semester steht dann schließlich das Erstellen der Bachelorarbeit an.