Statement zur Finanzsituation an der Fakultät für Lebenswissenschaften

Liebe Studierende,

wir wenden uns an euch, da wir als studentische Vertretung einerseits eine Verpflichtung zur Transparenz gegenüber euch haben und wir andererseits auf euer Feedback angewiesen sind, um im Interesse der Studierendenschaft zukünftige Schwierigkeiten anzugehen.

Der Mangel an Finanzmitteln macht auch vor den Bildungseinrichtungen und somit auch vor unserer Universität keinen Halt. Besonders im letzten Jahr sind Einschränkungen in der Finanzierung deutlich geworden, welche sich beispielsweise in einem Stellenabbau und einem damit verbundenen Einstellungsstopp äußern. In diesem Rahmen wurden wir als Fachschaftsrat erstmals mit möglichen Auswirkungen auf die grundlegende Lehre konfrontiert. Durch großes Engagement des Dekanats und Mitarbeitenden der Fakultät konnten die größten Probleme abgewendet werden und die Lehre weitestgehend im normalen Umfang stattfinden. Allerdings ist abzusehen, dass die Lage an der Fakultät in den kommenden Jahren weiter angespannt bleibt. Schon jetzt ist in offiziellen Meldungen des Kultusministeriums davon die Rede, befristete Stellen zukünftig nur teilweise neu besetzen zu können.  

Wir möchten an dieser Stelle klarstellen, dass sehr wahrscheinlich Einschränkungen in der Lehre – vor allem mit Blick auf die Praktika – aus diesem Vorgehen resultieren werden. Diese Kürzungen sind mit der Forderung nach immer größeren Studierendenzahlen an der Universität Leipzig nicht vereinbar. Mit dieser Entwicklung wird der aktuelle Betreuungsschlüssel in Praktika teilweise nicht länger durchsetzbar sein. 

Eine Auswirkung der Sparmaßnahmen haben einige von euch sicher schon mitbekommen, dass zwei Wahlpflichtmodule des Bachelors Biologie „Einführung in die Verhaltensökologie“ und “Neuroethologie” ausgesetzt werden. Dennoch möchten wir betonen, dass wir weder als Universität noch als Fakultät alleine dastehen. Finanzielle Einschränkungen sind an den meisten Universitäten ein aktuelles Thema und diese Problematik zieht sich durch alle Fakultäten unserer Universität. Für die Studierenden der Biochemie bedeutet das zukünftig, dass einige der Module, die an der Fakultät für Chemie stattfinden, in ihrem Umfang und Ausführung eingeschränkt werden, da auch diese Fakultät von den Kürzungen betroffen ist. An dieser Stelle ist auch anzumerken, dass durch die derzeitige Finanzierungsstruktur keine Vertretung für Angestellte im Elternschutz eingestellt werden kann. Dafür fordern wir eine gesonderte Lösung von Seiten der Universität, da dies langfristig zur Benachteiligung von Bewerbenden führen wird, die ein Kind bekommen könnten.

Gleichzeitig können wir euch garantieren, dass das Lehrpersonal und die Studiengangsverantwortlichen ständig daran arbeiten, das Maximum an Lehrqualität und Studierbarkeit zu ermöglichen. Auch wir als Fachschaftsrat engagieren uns an dieser Stelle, um die Sicht der Studierenden in diesen Prozess einzubringen. Falls ihr uns dabei unterstützen möchtet, könnt ihr euch bei finanzlage@fsr-biopharm.de melden!

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