Rezension Opioid Saga

Opiode lernen – langweilig, oder…?

Die von Meditricks herausgegebene Opioid-Saga ist ein liebevoll gestaltetes comicartiges Lehrbuch, welches mit Witz und Lockerheit das Lernen vieler Informationen erleichtern und nachhaltiger machen soll.

Moordelfin Meditricks Opioid-Saga
https://www.meditricks.de/osc/

 

Hierbei wird in Bildern die Geschichte der Opiod-Helden erzählt, welche auch eine Schattenseite haben. In den Darstellungen finden sich viele Details, die über Eselsbrücken mit wirkstoffbezogenen Informationen verknüpft sind und am Rand genau erklärt werden. Dafür werden skurrile, lustige und meist ähnlich klingende Assoziationen benutzt. Beispielsweise wird die Toleranz mit „tollen Tanzschuhen“ und Obstipation mittels eines Obstkorbes dargestellt. Vor allem, wenn Fachbegriffe nicht so deins sind, kannst du hier viel mitnehmen. Die Bilder/Details sind auch alle nummeriert, sodass man immer weiß, welches Bild welche Information verkörpert. Ebenso sind Verständnisfehler-präventive Erklärungen enthalten. Wenn man mit Comics nicht ganz vertraut ist, muss man sich kurz reinfuchsen, hat sich aber schnell an den Stil gewöhnt und es macht fast schon Spaß, die ganzen Fakten zu lernen.

Was leider nicht vernachlässigbar ist, ist der Preis. Die Saga wurde in zwei Bände aufgeteilt, was bedeutet, man muss zwei Hardcover-Bücher für insgesamt ca. 40 Euro kaufen, um sich allein auf die Wirkstoffgruppe der Opoiode vorzubereiten. Eine von sehr vielen….

Des Weiteren ist es sehr hilfreich, wenn man in einer Vorlesung schon einmal etwas über Opioide gehört hat, bevor man sich mit dem Buch vorbereitet, da die Informationen hier ganz schön komprimiert werden. Schade ist, dass das glänzend beschichtete Papier eigene Markierungen nicht wirklich zulässt.

Nichtsdestotrotz ist die Opioid-Saga eine gute Motivation für Studis, die Probleme mit dem vielen trockenen Auswendiggelerne haben. Wenn man sich die Bilder eingeprägt hat, hat man definitiv auch schon eine Menge Opioid-Vorlesungsstoff geschafft, sollte sich allerdings (je nach Anspruch) trotzdem die eigene Vorlesung noch einmal zu Gemüte führen, da unterschiedliche Profs schließlich auch unterschiedliche Fakten von euch haben wollen. Die einprägsamen Bilder und Assoziationen, in denen man die Liebe zum Detail deutlich spürt, bleiben aber sicher bei jedem länger im Kopf, als schwarze Schrift auf weißem Grund.

– Andrea Paulig