Staatsexamen Pharmazie

Physik für Pharmazeuten

Wie es sich für jede Naturwissenschaft gehört, werden auch wir Pharmazeuten nicht von der Physik verschont.

In der Vorlesung, die ihr mit Biologen und Biochemikern genießt,werden euch alle Grundlagen zu sämtlichen Gebieten der Physik beigebracht, worauf oft darauf geachtet wird, den Bezug zur Biologie/Biophysik bzw. Medizin zu wahren. Zahlreiche und visuell ansprechende Experimente helfen beim Verständnis physikalischer Problemstellungen. Für Physik-Leistungskursler gibt es dabei wenig Neues.

In dem zugehörigen Seminar löst ihr Aufgaben, die eine gute Vorbereitung für die Klausur darstellen.

Im Praktikum arbeitet ihr in Gruppen an experimentelle Aufgaben an Stationen zu den jeweiligen Teilgebieten der Physik. Dabei ist die Schwierigkeit der Antestate und des Abtestates nicht zu unterschätzen.

 

Anorganische Chemie I / Qualitative Analyse

Chemie wird für euch das wichtigste Fach in eurem Studium. Sage und schreibe 40 % der Lehrveranstaltungen des gesamten Pharmaziestudiums bestehen aus Chemie. Im ersten Semester werdet ihr in die Welt der allgemeinen und anorganischen Chemie eingeführt. In der Vorlesung beschäftigt ihr euch mit Atombau, Effekten und Regelmäßigkeiten in der Chemie. Währenddessen durchwandert ihr das gesamte Periodensystem der Elemente und lernt sehr viel über dieses. Außerdem wird versucht, euch ein bzw. das „chemische Gefühl“ zu vermitteln.  Aber keine Sorge, im Chemie-Tutorium werden euch engagierte Drittsemester auf das Seminar sowie die Klausur vorbereiten.

Zu guter Letzt erwartet euch noch das Praktikum zur anorganischen Chemie – das legendäre Ionenlotto, in welchem ihr versucht, die richtigen Ionen in euren Salzmischungen zu finden. Aber Obacht, es klingt leichter als es sich im ersten Moment anhört – es heißt nicht umsonst IonenLOTTO.

 

Allgemeine Biologie für Pharmazeuten

In der Vorlesung wird vor allem viel Stoff aus Zytologie und Histologie wiederholt und vertieft, um einerseits alle auf ein Niveau zu bringen und euch andererseits auf das Staatsexamen vorzubereiten. Dabei bleibt ihr in den Ausführungen ziemlich allgemein und es werden maximal Bezüge zur Botanik hergestellt.

Im Praktikum, welches von einem Seminar begleitet wird, geht es vorwiegend um mikroskopische Zeichnungen von pflanzlichen Zellen und Gewebeauschnitten. Neben Spaltöffnungen und Drüsenzellen führt ihr auch histochemische Nachweise durch und fertigt Protokolle an. Freut euch jetzt schon auf die eine oder andere Korrektur der Zeichnungen.

Mathematik/ Terminologie/ Geschichte

In Geschichte gibt es nur eine Vorlesung in der neben den großen Kulturen der Weltgeschichte (Römer, Griechen, Ägypter) auch pharmazeutische Entdeckungen der letzten 100 Jahre Thema dieser sind. Die Klausur am Ende des Moduls ist gekoppelt mit Mathe und Latein.

In der Vorlesung Mathematik mit seminaristischem Charakter wiederholt ihr die Grundlagen aus Analysis, Algebra und Stochastik und erhaltet eine Vertiefung in den pharmazeutisch relevanten Bereich der Statistik. Auch ein von Mathe-Leistungskursler nicht zu unterschätzendes Modul, was 50 % der dreigeteilten Klausur ausmacht.

In der Terminologie Vorlesung werdet ihr hauptsächlich lateinische Fachbegriffe lernen und verstehen. Diese sind wichtig für Fächer wie Biologie und Arzneiformenlehre in den höheren Fachsemestern. Auch Nomenklaturen spielen eine Rolle sowohl in der Vorlesung, als auch in der sonst eher als Vokabeltest aufgebauten Klausur.

 

Organische Chemie

Im zweiten Semester werdet ihr in die Welt der organischen Chemie entführt. Euch wird die „neue Sprache der organischen Chemie“ beigebracht. In der Vorlesung lernt ihr vieles über organische Stoffklassen, Reaktionsarten und Namensreaktionen. 

Im Seminar der Stereochemie lernt ihr sämtliches, was es über Isomerien, Nomenklaturen, Chiralitäten und Projektionsformen zu wissen gibt.

Im Seminar, welches speziell auf das Praktikum ausgerichtet ist, werdet ihr optimal auf das dieses vorbereitet und geht die theoretischen Aspekte der Versuche durch, wobei auf Wissen aus der Vorlesung zurückgegriffen wird.

Selbstverständlich gibt es auch in der organischen Chemie ein Praktikum, was es erfolgreich zu absolvieren gibt. In diesem geht es darum, anhand von Beispiel-Synthesen, Reaktionsmechanismen und ihren Reaktionsbedingungen die Thematik zu verstehen. Dabei dürft ihr auch schon den einen oder anderen Wirkstoff synthetisieren. Aber es geht auch darum, euch den Umgang mit Geräten und Standard-Arbeitsmethoden beizubringen.

 

Biologie (Pharmazeutische Biologie II)

 

Bio – Klappe die zweite. Im Fokus des zweiten Semesters liegt die Systematik von sowohl pathogenen als auch arzneistoffproduzierenden Organismen, was kurz gesagt bedeutet es geht um Pflanzen, Pilze, Bakterien, Viren, Algen und Sporenpflanzen. Den Samenpflanzen wird dabei die meiste Aufmerksamkeit spendiert.

 

Von der Wurzel bis zu den Früchten wird es euch Freude bereiten, jegliche mögliche Metamorphose und Differenzierung kennen zulernen.

 

Das Seminar bereitet euch auf das Praktikum und das Abschlusstestat vor. Bis zum Ende des Semesters dürft ihr einen Drogenaltas für pflanzliche Pulverdrogen anlegen und damit euer Abschlusstestat bestreiten.

Im Seminar geht es wie im ersten Semester um das Mikroskopieren von pflanzlichen Geweben. Die Gewebeausschnitte sind nur komplexer und das beschriften der Zeichnungen fällt schwerer. Aber: Ab dem 2. Semester dürft ihr von jedem Präparat ein Foto machen und dieses mit entsprechender Beschriftung und Formatierung als Lösung einreichen.

 

Quantitative Analytik (Anorganische Chemie II)

 

Auch wenn ihr von Anorganik nach dem ersten Semester vielleicht genug habt, gibt es damit feucht fröhlich im zweiten Semester weiter.

In der Vorlesung geht es jetzt vor allem um quantitative Analysemethoden von Anorganika und Arzneistoffen, wobei auf Wissen aus dem ersten Semester aufgebaut wird.

Im ersten Seminar geht es um das Praktikum. Ihr geht die Versuche nochmal theoretisch durch und werdet mit weiteren Verständnissfragen konfrontiert.              Im zweiten Seminar geht es noch mal ganz verkürzt um Inhalte aus dem ersten Semester, um diese auf analytische Fragen aus dem Staatsexamen anzuwenden. Der Mittelpunkt dieses Seminars ist die Lösung von Staatsexamensfragen und die Analytik von Arzneistoffen, um euch auf das StEx und auf die Klausur vorzubereiten.

Aber keine Sorge das Tutorium für Chemie geht selbstverständlich weiter und beschäftigt sich weiter mit Anorganik aber auch mit Organik.

 

 

Natürlich darf auch in diesem Modul kein Praktikum fehlen. Wie ihr es dem Motto bereits entnehmen könnt, geht es dabei fast ausschließlich um Titrationen. Neben 18 verschiedenen leichteren und komplexeren Titrationen erwartet euch auch eine gravimetrische Analyse.

 

Physikalische Chemie

 

Wer die Physik aus dem ersten Semester vermisst, der wird sie in diesem Modul wiederfinden. In der Vorlesung dreht sich alles um Thermodynamik, Reaktionskinetik, Enzymkinetik, Gleichgewichtslehre und Elektrochemie, wobei die Grundlagen aus Physik gebraucht werden. Auch das eine oder andere Experiment wird in der Vorlesung gezeigt.

Im Seminar löst ihr Beispielaufgaben, die wieder eine gute Klausurvorbereitung sind.

Im Praktikum erledigt ihr in Gruppen Versuche, die einzelne Themenbereiche der physikalischen Chemie abdecken. Wichtig ist dabei die genaue Vorbereitung der Versuche in Form von Messwerttabellen und Wissen für Antestate. Außerdem müssen nach dem Versuch ausführliche Protokolle angefertigt und abgesegnet werden – macht euch auch hier auf die eine oder andere Korrektur gefasst.

 

Ernährungslehre

 

In diesem Modul dürft ihr mal weit über den Tellerrand hinausblicken und aktuelle pharmazeutische Problematiken kennenlernen. Die Dozenten halten die Vorlesung mit großer Freude und der Intention euch etwas beizubringen. Hauptschwerpunkt ist dabei selbstverständlich die Ernährung und ihrer Umsetzung im klinischen und pharmazeutischen Bereich. Auch aktuelle Trends und Methoden werden unter die Lupe genommen. Am Ende noch eine gute Nachricht: in diesem Modul gibt es keine Abschlussklausur.

Pharmazeutische und Medizinische Chemie und Arzneistoffanalytik


In diesem Modul, welches in jedem Semester des Hauptstudiums vertreten ist, werden die chemischen Grundlagen zu Arzneistoffen behandelt. Es ist in Vorlesung, Seminar und Praktikum gegliedert. In einer Ringvorlesung zusammen mit dem jeweils anderen Semester im Hauptstudium werden Strukturformeln, Synthese, Metabolismus und Analytik von Arzneistoffen anhand repräsentativer Beispiele theoretisch gelehrt.

Im Praktikum soll dieses Wissen in Bezug auf die Arzneimittelanalytik angewendet werden und ein Seminar dient der Vertiefung einzelner Praktikumsinhalte.

Nach dem Modul im 5. und 8. Semester findet eine 60-minütige Freitext-Klausur, nach dem 6. und 7. Semester eine 10-minütige mündliche Kontrolle statt.

Pharmakologie

 

Biopharmazie